Die Schützenbruderschaft St. Georg Sönnern-Pröbsting e.V. wurde am 3.06.1837 gegründet.
Der Verein ist unter Nr. 179 im Vereinsregister des Amtsgerichts Werl eingetragen.

Damals wurde in Sönnern eine neue Schule gebaut.
Der Überlieferung nach soll der damalige Lehrer Johann Kleinewiese den Anstoß für die Gründung eines Schützenvereins für Sönnern, Budberg und Pröbsting gegeben haben. Er,der Verwalter Semer von der Borg, C. Schulte-Prbsting, Gemeinderat C. Holthoff, Gastwirt Fichter (später Gaststätte Wendel), ein Gemeindediener und ein Polizist beschlossen die Gründung des Vereins.

Die Präambel der Ursatzung vom 3. Juni 1837 lautete: „Die Bildung des Schützenverein hat den Zweck, um dem Hinströmen nach entfernten Schützenfesten vorzubeugen einen selbständigen Verein zu errichten, in welchem nach den Statuten ein Schützenfest zur Feier des Einzuges der Preußen in Paris (07.07.1815) gefeiert wird, wobei Ordnung und sittliches Betragen jedes einzelnen Mitgliedes der Gemeinde ohne Unterschied des Standes und der Religion, Vergnügungen für möglichst geringe Kosten Hauptrichtschnur sein wird“.
Aus Sönnern traten dem Verein 62, aus Budberg 36, von der Borg 6 und aus Pröbsting 10 Männer bei.
Für das Vogelschießen „Im vorderen Holze auf der Borg“ und die würdige Inthronisation des Königs galten in der Ursatzung nachfolgende Regeln: „Wer das letzte Stück des Vogels abschießt, ist König. Aus den Händen des Hauptmanns empfängt der Schützenkönig die Insignien seiner Würde, bestehend aus dem Tressenhut mit Federn, einem silbernen Vogel mit einer passenden Inschrift, ferner eine grüne Schärpe und eine Pfeife oder Medaille oder sonst ein passendes Geschenk.“
Ab 1850 wurden die Schützenfeste abwechselnd in den drei zum Verein gehörenden Orten gefeiert. Das 25-jährige Bestehen feierte man 1862 auf dem Hof Schulze in Budberg, das 50-jährige auf dem Hof Klopries ebenfalls in Budberg.
Trotz einer strengen Schießordnung ereignete sich beim Vogelschießen am 25.05. 1905 ein schwerer Unfall: ein Vereinsmitglied hatte den Gewehrlauf nach unten gehalten als sich ein Schuss löste. Die Kugel durchschlug den linken Fuß des Bauern Tünnemann aus Werl. Der Vorstand des Vereins wurde auf 200 Mark Schadenersatz verklagt.

Am 10 04.1920 stellten die Budberger Vereinsmitglieder den Antrag auf Austritt aus dem Verein, 1921 feierten die Schützenbrüder aus Sönnern und Pröbsting ihr Schützenfest erstmals allein.

Wegen des Zweiten Weltkrieges wurde in den Jahren 1940 bis 1948 kein Schützenfest gefeiert. Auf Anordnung der britischen Militärregierung wurde dem Verein 1946 jede Tätigkeit untersagt und das Vermögen beschlagnahmt. Aus der engen Verbundenheit zur Kirche beschloss man am 14.09.1947 einstimmig, sich den historischen Bruderschaften anzuschließen, da der historische Schützenbund von der Militärregierung genehmigt worden war. Protokolliert wurde: „Der Name Schützenverein ist nicht mehr unser. Unser Verein nennt sich nun St. Georg Schützenbruderschaft Sönnern-Pröbsting.“

1955 hat sich erstmals die neu gegründete Anvatngarde beim Schützenfest hervorgetan. Man musste staunen, wie Aloys Schumacher den grünen Jungs in so kurzer Zeit den Drill beigebracht hatte.

1957 hatte der damalige Präses der Schützenbruderschaft, Pfarrer Dr. Lanfer, die Königswürde errungen. Es ist überliefert, dass das Fest eines der besten und fröhlichsten war, das je in Sönnern gefeiert wurde. Einen Hofstaat gab es jedoch seinerzeit nicht.

Im Juli 1962 feierte die Schützenbruderschaft ihr 125-jähriges Jubelfest, Königspaar war Norbert Fester mit seiner Frau Elisabeth aus Pröbsting.

In der Jahreshauptversammlung am 1.02.1969 beschlossen die Mitglieder, eine eigene Schützenhalle zu bauen. Bis zur Realisierung gingen noch einige Jahre ins Land, am 28.09.1974 konnte die Halle bei einem zünftigen Oktoberfest mit Ochs` am Spieß seiner Bestimmung übergeben werden. Seitdem ist die Schützenhalle aus dem Vereinsleben in Sönnern nicht mehr wegzudenken und Treffpunkt für Jung und Alt.

1987, zum 150-jährigen Bestehen der Bruderschaft, errang Klaus Klawunn die Königswürde und erkor sich Hildegard Freisfeld zur Mitregentin.

1992 wurde die Schützenhalle durch einen Anbau, den „Schützentreff St. Georg“ erweitert. Hier stehen nun ein Veranstaltungsraum, Küche, Schießanlage sowie behindertengerechte Toiletten den Gästen unseres Hauses zur Verfügung.

Ein besonderes Ereignis feierte die Bruderschaft auf ihrem Schützenfest 1999: vier ehemaligen Königinnen konnte zum Jubiläum persönlich gratuliert werden, dies waren: Frau Änne Averdunk (Königin vor 75 Jahren, 1924), Antonia Kühlmann (vor 70 und 65 Jahren, 1929 und 1934), Maria Fester (vor 50 Jahren, 1949) sowie Marlies Telgenbüscher (vor 25 Jahren, 1974).

Im Jahr 2002 richtete die Schützenbruderschaft St. Georg Sönnern-Pröbsting zum zweiten Mal nach 1980 das Bezirksschützenfest des Bezirkes Werl-Bremen aus. Unter Mitwirkung der gesamten Gemeinde hat sich das Dorf am Samstag, den 31. August, den über 1000 Festgästen, Schützenvereinen und Musikkapellen prächtig präsentiert. Zu diesem Anlass wurden für das Dorf Fahnen angeschafft, die auf das Datum der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes Sönnen im Jahre 1232 verweisen. Somit fand gleichzeitig auch das 770-jährige Dorfbestehen Erwähnung.

Der Brudermeister Wilfried Prünte, der seit dem 23.01.1988 der Schützenbruderschaft St. Georg Sönnern-Pröbsting vorsteht, beabsichtigt, auf der nächsten Jahreshauptversammlung am 24.01.2004 nach 16 Jahren sein Amt in jüngere Hände zu übergeben.
Auf der Jahreshauptversammlung 2004 wurde Karl-Josef Zerlin als Nachfolger für Wilfried Prünte für das Amt des Brudermeisters gewählt.
Für seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Schützenbruderschaft sind wir Wilfried Prünte sowie auch allen seinen Vorgängern und Vorstandskollegen und Helfern im Verein zu großem Dank verpflichtet.

Die Schützenbruderschaft freut sich auch weiterhin auf ein lebendiges Vereinsleben. Der Zuspruch vieler junger Vereinsmitglieder zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und stimmt uns positiv für die Zukunft.

Auszug aus:
Die Geschichte der Schützenbruderschaft S. Georg Sönnern-Pröbsting, zusammengestellt und bearbeitet von
Dieter Franck, veröffentlicht in der Festschrift der Bruderschaft anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens im Jahr 1987.
Zusammengefasst und aktualisiert durch Alfons Fester, im Nov. 2003